Dann war ich also tatsächlich letztes Wochenende beim The Who-Konzert. Quadrophenia. Zum ersten Mal, ich hatte mich bisher ehrlich gesagt darum gedrückt, weil ich eigentlich kein grosser Fan der Who bin, und sowieso nur von den ersten Platten. Aber ich liebe den Film und die Geschichte von Quadrophenia und dachte, das muss dann wohl doch echt noch mal passieren in diesem Leben. Und es hat mir auch wirklich gut gefallen, weniger die Musik, mehr als Show. Nach wie vor gibt mir der Siebziger Jahre Rock der Who relativ wenig, aber wie das ganze Happening durchgestaltet war, hat mir doch sehr gefallen. Vor allem die (neudeutsch) Visuals, mit den drei grossen runden Bildschirmen, die immer wieder das Targetmotiv aufnahmen. Oder auch einfach mal drei riesige Rollerscheinwerfer. Das ganze war durchsetzt mit Originalaufnahmen von Mods aus den Sechzigern, und alten Bandaufnahmen. Schön auch, dass sie diesen Moment der Mods in der englischen Geschichte auch in den Kontext gesetzt haben, als Reaktion auf den Zweiten Weltkrieg und das doch allzu traditionsbehaftete England. Und gegen Ende der Show auch die Brücke ins heute geschlagen haben. Im Grunde haben die alten Herren ihre und Jugend als solche gefeiert. Das hat mir wirklich gut gefallen. Ich bin mir nur nicht sicher, ob der normale Konzertgänger, die vielen Verweise auf die Modszene und ihre Codes entschlüsseln konnte. Viele Mods hab ich jedenfalls nicht gesehen. Und irgendwie wirkt das komisch, Leute in Sandalen und kurzer Hose und einem Bandtshirt, auf dem ein smarter Mod auf seinem Roller abgebildet ist. Schade fand ich ausserdem, dass nach der Quadrophenia-Geschichte zwar noch ein paar andere Stücke gespielt wurden, aber wenig der Sachen, die mir persönlich am Herzen liegen. Kein Can’t Explain, kein Substitute, kein My Generation. Naja, und Equipment wurde auch nicht vernichtet, aber das kann man ja verstehen, die Herren sind beinahe Siebzig.

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Tommy Sears – Get Out

(Marius Müller-Westernhagen – Mit Pfefferminz bin ich Dein Prinz)